LINSE - Lichtspielkunst in Segeberg

Das Programm

Alle Filme laufen im CinePlanet5, Oldesloer Straße 34, Bad Segeberg (Tel.: 04551-7100).
Di 5. Mai, 17 und 20 Uhr
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Silent Friend

Drama

Regie: Ildikó Enyedi

mit: Tony Leung Chiu-Wai (Tony) · Luna Wedler (Grete) · Enzo Brumm (Hannes) · Marlene Burow (Gundula) · Sylvester Groth (Anton)

Ungarn/Frankreich/Deutschland 2025 | 147 Minuten | ab 6

Als 2020 die Corona-Pandemie ausbricht, sitzt ein asiatischer Neurowissenschaftler auf dem Campus der Uni Marburg fest. In der Isolation wendet er sich, inspiriert von einem alten Gingkobaum im Botanischen Garten, der Wahrnehmung und Kommunikation von Pflanzen zu. Seine Geschichte wird mit zwei anderen Schicksalen verquickt, deren Zeuge der prächtige Baum wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts kämpft eine Botanik-Studentin mit patriarchalen Vorurteilen, und in den 1970er-Jahren lernt ein Student eine Kommilitonin kennen, die sich für die Kommunikation von Pflanzen begeistert. Der mit 35mm- und 16mm-Material sowie digital gedrehte Film verschränkt diese Zeitebenen zu einem zarten Hohelied auf die Fähigkeit, die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu erkennen und neugierig nach einer Horizonterweiterung zu streben. Dabei glänzt er mit einer durchdachten Bildsprache und mit einem feinen Sinn für Humor. - Sehenswert ab 14.

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Di 12. Mai, 17 und 20 Uhr
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Hamnet

Biopic

Regie: Chloé Zhao

mit: Jessie Buckley (Agnes) · Paul Mescal (William Shakespeare) · Joe Alwyn (Bartholomew) · Emily Watson (Mary) · Sam Woolf (Bernardo)

Großbritannien/USA 2025 | 126 Minuten | ab 12

Anfang 1580er-Jahre erhört Agnes Hathaway aus der kleinen Stadt Stratford-upon-Avon das Werben des Lateinlehrers William Shakespeare und bekommt mit ihm drei Kinder. Auch wenn sich der angehende Bühnenautor oft in London aufhält, verläuft das Familienleben glücklich, bis der Sohn Hamnet an der Pest stirbt. Die Trauer verarbeitet Shakespeare in seinem Drama „Hamlet“. Das großartig fotografierte und in den Hauptrollen eindringlich gespielte Melodram imaginiert das Ehe- und Familienleben Shakespeares sowie dessen fiktionale Verarbeitung. Bisweilen wird dabei aber etwas viel Schicksals- und Todessymbolik bemüht, um die tragische Geschichte emotional zu grundieren. - Ab 14.

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Di 19. Mai, 17 und 20 Uhr
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Wuthering Heights - Sturmhöhe

Drama

Regie: Emerald Fennell

mit: Margot Robbie (Catherine Earnshaw) · Jacob Elordi (Heathcliff) · Hong Chau (Nelly Dean) · Alison Oliver (Isabella Linton) · Shazad Latif (Edgar Linton)

Großbritannien/USA 2026 | 137 Minuten | ab 16

Eine sehr freie Adaption des klassischen Romans von Emily Brontë über die fatale Liebesgeschichte zwischen einer englischen Gutsbesitzertochter und einem von allen verachteten Außenseiter, der Rache schwört, als sie einen anderen heiratet. Die Verfilmung verschiebt den Fokus von psychologischer Entwicklung und Klassenaspekten hin zu der Wechselbeziehung von Sex, Abhängigkeit und Zerstörung. Bar jeder Subtilität, setzt der Film auf visuellen Exzess mit grellen Schauwerten, Groschenästhetik und verruchtem Anstrich. Im Kern aber bleibt er zahm und hochkontrolliert, da er neben der verhängnisvollen Seite der Liebe auch die romantische miterzählen will. - Ab 16.

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Di 26. Mai, 17 und 20 Uhr
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Das Flüstern der Wälder

Dokumentarfilm

Regie: Vincent Munier

mit: Margot Robbie (Catherine Earnshaw) · Jacob Elordi (Heathcliff) · Hong Chau (Nelly Dean) · Alison Oliver (Isabella Linton) · Shazad Latif (Edgar Linton)

Frankreich 2026 | 100 Minuten | ab 0

Der französische Dokumentarfilmer Vincent Munier streift mit seinem Vater, einem Wald-Experten, sowie seinem Sohn durch die moosbedeckten Wälder der Vogesen, um Tiere wie Füchse, Rehe und das Auerhuhn zu beobachten und zu belauschen. Dabei überlässt er meist seinem Vater das Wort für Gedanken über die Schönheit von Flora und Fauna, deren Lebensraum durch den Menschen bedroht ist. Ein auditiv und bildlich spektakulär inszenierter Dokumentarfilm, der streckenweise aber allzu bemüht ist, die Natur mit Worten einzufangen und in eine arg gekünstelte Generationen-Geschichte einzuhegen. Wo er sich dem Staunen überlässt, vermag der Film tief zu beeindrucken und zum Nachdenken anzuregen. - Ab 12.

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Di 2. Juni, 17 und 20 Uhr
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Marty Supreme

Komödie

Regie: Josh Safdie

mit: Timothée Chalamet (Marty Mauser) · Gwyneth Paltrow (Kay Stone) · Odessa A'zion (Rachel Mizler) · Kevin O'Leary (Milton Rockwell) · Koto Kawaguchi (Koto Endo)

USA 2025 | 150 Minuten | ab 12

New York, im Jahr 1952: Ein junger Schuhverkäufer möchte professioneller Tischtennisspieler werden und versucht seinem Ziel so gewitzt wie rücksichtslos und egoistisch näher zu kommen. Ein Schuldenberg und ein anstehendes Match mit seinem Konkurrenten in Japan fordern seinen Erfindungsreichtum schließlich besonders heraus. Zwischen Sportlerdrama und Schelmenstück erzählt der Film mit inhaltlichen Abschweifungen, originellen Einfällen und einer anachronistischen Musikauswahl von einem, der in der Nachkriegszeit hoch hinauswill. Die Stärke des atemlos inszenierten Werks liegt in der markanten Präsenz seiner Figuren und den ständigen Reibungen, die das Drehbuch zwischen ihnen entfacht. - Sehenswert ab 14.

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Di 9. Juni, 17 und 20 Uhr
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Gelbe Briefe

Drama

Regie: Ilker Çatak

mit: Özgü Namal (Derya) · Tansu Biçer (Aziz) · Leyla Smyrna Cabas (Ezgi) · Ipek Bilgin (Frau Güngör) · Aydın Işık (Salih)

Deutschland/Frankreich/Türkei 2024 | 128 Minuten | ab 12

Ein Ehepaar aus der türkischen Theaterszene bringt als Regisseur und Hauptdarstellerin gemeinsam ein Stück auf die Bühne. Doch nach der Premiere verlieren beide durch staatliche Willkür ihre Arbeit. Auch gesellschaftlich steht ihre Existenz immer mehr auf dem Spiel. Sie müssen bei Verwandten unterschlüpfen und sich der Frage stellen, ob sie klein beigeben oder ihre künstlerische Freiheit bewahren wollen. Das Politdrama erzählt davon, wie ein autoritäres Regime widerständige Denkweisen unterdrückt und sein zersetzendes Werk bis in Beziehungen hineinreicht. Das fängt der Film auch formal über die Musik ein, während Kamera und Schnitt demonstrativ das Alltägliche betonen. Indem das Geschehen explizit an deutschen Schauplätzen inszeniert wird, flicht der Film zudem eine explizite Warnung vor totalitären Kräften ein, die nicht auf türkische Verhältnisse begrenzt ist. - Ab 14.

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Di 16. Juni, 17 und 20 Uhr
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Nouvelle Vague (2025)

Biopic

Regie: Richard Linklater

mit: Guillaume Marbeck (Jean-Luc Godard) · Zoey Deutch (Jean Seberg) · Aubry Dullin (Jean-Paul Belmondo) · Matthieu Penchinat (Raoul Coutard) · Adrien Rouyard (François Truffaut)

Frankreich/USA 2025 | 106 Minuten | ab 12

Ende der 1950er-Jahre herrscht im französischen Kino Aufbruchstimmung. Als Teil der „Nouvelle Vague“ drehen zahlreiche junge Regisseure ihre ersten Arbeiten. Auch der Filmkritiker Jean-Luc Godard kann einen Produzenten sowie das Hollywood-Starlet Jean Seberg für sein Projekt um einen flüchtenden Dieb gewinnen. Die Dreharbeiten verlaufen jedoch höchst unorthodox. Eine mit großer Sorgfalt umgesetzte Komödie über die Entstehung von Godards bahnbrechendem Debüt „Außer Atem“, in der durch ein verblüffendes Casting, Schwarz-weiß-Ästhetik und handwerkliche Perfektion die damalige Zeit wiedererweckt wird. Der Film lotet die berühmten Figuren nicht sehr tief aus, reißt in seiner Bewunderung für die „Nouvelle Vague“ aber mit und feiert künstlerische Freiheit als Voraussetzung für innovatives Kino. - Ab 14.

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Di 23. Juni, 17 und 20 Uhr
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Der Magier im Kreml

Drama

Regie: Olivier Assayas

mit: Paul Dano (Wadim Baranow) · Jude Law (Wladimir Putin) · Alicia Vikander (Ksenia) · Tom Sturridge (Dmitri Sidorow) · Jeffrey Wright (Rowland)

USA/Großbritannien/Frankreich 2025 | 146 Minuten | ab 12

Zur Zeit des Ukraine-Kriegs trifft sich ein US-Journalist mit einem Mann, der bei Wladimir Putins Aufstieg zur Macht eine wichtige Rolle spielte. Aus der russischen Aufbruchsstimmung der 1990er-Jahre hat ihn sein Weg schließlich in den inneren Zirkel des Kremls geführt, wo politische Strategie, mediale Inszenierung und Intrigen ineinandergreifen. Der Historienfilm führt in der schwer durchschaubaren Hauptfigur reale Vorbilder zusammen und bietet eine facettenreiche Analyse, an welchen Stellschrauben der Macht gedreht wurde, um Russlands politisches System mit Putin an der Spitze neu zu justieren. Als Mischung aus Politthriller und Geschichtslektion überzeugt er durch Tempo, Ausstattung und die Analyse eines spezifisch russischen „Advokaten des Teufels“. - Sehenswert ab 16.

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Di 30. Juni, 17 und 20 Uhr
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Friedas Fall

Drama

Regie: Maria Brendle

mit: Julia Buchmann (Frieda Keller) · Stefan Merki (Walter Gmür) · Rachel Braunschweig (Erna Gmür) · Maximilian Simonischek (Arnold Janggen) · Liliane Amuat (Bertha Keller-Iselin)

Schweiz 2024 | 107 Minuten | ab 16

1904 wird in einem Wald die Leiche eines Kindes entdeckt. Die Mutter gesteht, ihren Sohn getötet zu haben. Nach ihrer Verhaftung entwickelt sich der Prozess zu einem Justizskandal, in dem es zwischen Staatsanwalt und Verteidiger zu erbitterten Auseinandersetzungen um Recht und Gerechtigkeit kommt. Das historische Drama rekapituliert den Fall Schweizer Kindsmörderin Frieda Keller, die aus Verzweiflung und bitterer Not ihren Sohn tötete. Ein sorgfältig inszenierter Film, der die Schuldfrage auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ausdehnt und die rigorose patriarchale Ordnung für die Tat mitverantwortlich macht. - Ab 16.

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Di 7. Juli, 17 und 20 Uhr
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Die reichste Frau der Welt

Drama

Regie: Thierry Klifa

mit: Isabelle Huppert (Marianne Farrère) · Laurent Lafitte (Pierre-Alain Fantin) · Marina Foïs (Frédérique Spielman) · Raphaël Personnaz (Jérôme Bonjean) · André Marcon (Guy Farrère)

Frankreich/Belgien 2025 | 123 Minuten | ab 12

Die immens reiche, gelangweilte Erbin eines Kosmetikkonzerns lernt einen Fotografen kennen, der sich mit Charme und Dreistigkeit ihre Gunst erwirbt. Durch die Zuneigung für den lebenslustigen Mann blüht die Milliardärin auf und nimmt auch den Zwist mit ihrer Tochter in Kauf, die mit Anzeige und Entmündigung droht, da ihr die großzügigen Geldgeschenke für den Parvenu gegen den Strich gehen. Eine von der Bettencourt-Affäre inspirierte, treffsichere Gesellschaftssatire auf die abgehobene französische Oberschicht mit einer zwischen Härte und Zerbrechlichkeit schwankenden Hauptfigur. Mit pointierten Dialogen und Anleihen beim Stil von Claude Chabrol entfaltet sich ein hintergründiges komödiantisches Familiendrama. - Ab 14.

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Di 14. Juli, 17 und 20 Uhr
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Nachbeben (2025)

Drama

Regie: Zinnini Elkington

mit: Özlem Saglanmak (Alex) · Trine Dyrholm (Camilla) · Mathilde Arcel (Emilie) · Olaf Johannessen (Esben) · Anders Matthesen (Karl)

Dänemark 2025 | 92 Minuten | ab 12

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