Das Programm

Alle Filme laufen im CinePlanet5, Oldesloer Straße 34, Bad Segeberg (Tel.: 04551-7100).
Di 27. Oktober 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Undine (2020)

Drama

Regie: Christian Petzold

mit: Paula Beer (Undine) · Franz Rogowski (Christoph) · Maryam Zaree (Monika) · Jacob Matschenz (Johannes) · Anne Ratte-Polle (Anna)

Deutschland/Frankreich 2020 | 89 Minuten | ab 12

Die Stadthistorikerin Undine wird von ihrem Freund verlassen. Der Mythos will, dass sie den Mann, der sie verrät, tötet und danach ins Wasser zurückkehrt. Doch anders als die Sagenfigur entscheidet sich die Protagonistin für eine neue Liebe. Der Film modernisiert in der Nachfolge von Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ den alten Mythos der Wasserfrau und rückt eine moderne Halbweltfigur ins Zentrum. Er erzählt auch mit Blick auf die Berliner Stadtgeschichte vom Ausstieg einer Frau aus der Wiederholungsschleife und verbindet auf anrührende Weise romantisches Märchen, Unterwasserabenteuerfilm und Gegenwartsrealismus. - Sehenswert

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Di 3. November 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Auf der Couch in Tunis

Komödie

Regie: Manele Labidi

mit: Golshifteh Farahani (Selma Derwich) · Majd Mastoura (Naim) · Aïsha Ben Miled (Olfa) · Feryel Chammari (Baya) · Hichem Yacoubi (Raouf)

Frankreich/Tunesien 2019 | 89 Minuten | ab 6

Eine junge Psychoanalytikerin kehrt aus Paris in ihr Heimatland Tunesien zurück und will auf dem Dach ihres Hauses eine Praxis eröffnen. Zwar findet sie schnell Patienten, doch legen ihr die tunesische Bürokratie und die Polizei allerhand Steine bei ihrem Vorhaben in den Weg. Ebenso unterhaltsame wie tiefsinnige Komödie über die Schwierigkeiten einer Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und einen Zusammenstoß der Kulturen. Neben der vielschichtig angelegten Protagonistin geht es dabei auch um die Bestandsaufnahme eines Landes rund zehn Jahre nach dem Arabischen Frühling. - Sehenswert

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Di 10. November 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Il Traditore - Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Biopic

Regie: Marco Bellocchio

mit: Pierfrancesco Favino (Tommaso Buscetta) · Luigi Lo Cascio (Totuccio Contorno) · Fausto Russo Alesi (Giovanni Falcone) · Maria Fernanda Cândido (Maria Cristina de Almeida Guimarães) · Fabrizio Ferracane (Pippo Calò)

Italien/Frankreich/Deutschland/Brasilien 2019 | 153 Minuten | ab 12

Mitte der 1980er-Jahre wird das flüchtige italienische Mafia-Mitglied Tommaso Buscetta in Brasilien verhaftet. Nach seiner Auslieferung nach Italien lässt er sich von dem Richter Giovanni Falcone überzeugen, als Kronzeuge in einem Prozess von historischen Ausmaßen gegen über 400 Angehörige der sizilianischen Verbrecherorganisation aufzutreten. Eine detailreiche Aufarbeitung der italienischen Mafia- und Justizgeschichte mit einer durchweg ambivalent gezeichneten Hauptfigur, die sich ihre eigene Wahrheit schafft. Der atmosphärische Film demontiert nachhaltig Mythen über den Wertekodex der Cosa Nostra und verbindet intime Momente mit Massenszenen.

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Di 17. November 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Berlin Alexanderplatz (2020)

Drama

Regie: Burhan Qurbani

mit: Welket Bungué (Francis) · Jella Haase (Mieze) · Albrecht Schuch (Reinhold) · Joachim Król (Pums) · Annabelle Mandeng (Eva)

Deutschland/Niederlande 2020 | 183 Minuten | ab 12

Ein Flüchtling aus Guinea-Bissau, der auf dem Weg nach Europa Schuld auf sich geladen hat, will nach der Ankunft in Berlin ein ehrliches Leben führen. Stattdessen gerät er jedoch in den Bann eines psychopathischen Drogenhändlers, der ihn in die Welt des Verbrechens einführt. Nachdem er in Folge eines Überfalls einen Arm verloren hat, will der Strauchelnde endgültig mit der Vergangenheit brechen, wird aber bald erneut von seinem Widersacher heimgesucht. In die Moderne verlegte Neuverfilmung von Alfred Döblins Roman aus den 1920er-Jahren, die das schicksalshafte Geschehen mit der Erfahrung von Geflüchteten verzahnt. Der Film gerät mitunter aus dem Tritt, findet im Eintauchen in ein schillerndes Berlin aber zu fiebriger Intensität. - Sehenswert

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Di 24. November 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Als wir tanzten

Drama

Regie: Levan Akin

mit: Levan Gelbakhiani (Merab) · Bachi Valishvili (Irakli) · Ana Javakishvili (Mary) · Giorgi Tsereteli (David) · Tamar Bukhnikashvili (Teona)

Georgien/Schweden 2019 | 114 Minuten | ab 12

Ein junger georgischer Tänzer trainiert hart dafür, ins Ensemble des Nationalballetts zu gelangen, als ihm unerwartet ein unbekümmerter und selbstbewusster Konkurrent erwächst. Zunächst sieht er in diesem nur einen unerwünschten Rivalen, doch dann verliebt er sich in ihn, was vor ihrem homophoben Umfeld um jeden Preis geheim gehalten werden muss. Behutsam entwickeltes, sehr differenziertes Drama um Anpassung und Widerstand innerhalb einer aus durchaus verständlichen historischen Gründen wertkonservativen Gemeinschaft. Dabei plädiert der differenzierte Film formal gewandt für eine Mischung von Liberalität und Respekt vor einer Tradition, mit der Chance auf individuelle Freiräume. - Sehenswert

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Di 1. Dezember 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Die perfekte Kandidatin

Drama

Regie: Haifaa Al-Mansour

mit: Mila Al Zahrani (Maryam) · Khalid Abdulraheem (Abdulaziz) · Dhay (Selma) · Nora Al Awadh (Sara) · Shafi Al Harthy (Mohammed)

Saudi-Arabien/Deutschland 2019 | 105 Minuten | ab 0

Eine junge Ärztin aus Saudi-Arabien kandidiert eher unfreiwillig bei einer Lokalwahl und nimmt den Kampf gegen einen konservativen Rivalen auf, weil sie die Straße vor ihrem Krankenhaus asphaltieren lassen will. Damit provoziert sie einen Skandal, weil Frauen traditionell keine öffentlichen Ämter zugestanden werden. Der Film folgt den Auseinandersetzungen der Medizinerin im Zuge ihres spontan organisierten Wahlkampfs und verbindet dies mit aufschlussreichen Beobachtungen zu den inneren Widersprüchen und einem sich sacht anbahnenden gesellschaftlichen Wandel in Saudi-Arabien. - Sehenswert

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Di 8. Dezember 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Corpus Christi (2019)

Drama

Regie: Jan Komasa

mit: Bartosz Bielenia (Daniel) · Aleksandra Konieczna (Lidia) · Eliza Rycembel (Marta) · Tomasz Zietek (Pinscher) · Barbara Kurzaj (Witwe)

Polen 2019 | 115 Minuten | ab 0

Ein in der Haft bekehrter junger Mann wird nach Ostpolen aufs Land geschickt, wo er sich in einem Sägewerk bewähren soll. In dem fremden Dorf gibt er sich als Priester aus und übernimmt die Stelle des erkrankten Pfarrers, was sich als Glücksfall entpuppt, da er nach einem tragischen Unglück die aufgebrachte Atmosphäre mit unkonventionellen Mitteln zu befrieden versucht. Das mit kühler Sachlichkeit inszenierte Drama erinnert an die Filme von Robert Bresson und entwirft ein differenziertes Zeitbild der polnischen Gesellschaft, die mit moralisch-ethischen Herausforderungen ringt. - Sehenswert

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Di 15. Dezember 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Kopfplatzen

Drama

Regie: Savas Ceviz

mit: Max Riemelt (Markus) · Isabell Gerschke (Jessica) · Oskar Netzel (Arthur) · Gabriele Krestan (Christa) · Ercan Durmaz (Dr. Jawad)

Deutschland 2019 | 99 Minuten | ab 16

Ein pädosexuell veranlagter Mann, der sich von Jungen sexuell angezogen fühlt, kämpft darum, seine Neigung nicht in explizite Handlungen umschlagen zu lassen. Sein Ringen spitzt sich zu, als sich eine alleinerziehende Nachbarin mit einem achtjährigen Sohn in ihn verliebt. Der Film findet für die quälende Situation des Protagonisten eindringliche Bilder, in denen nichts verharmlost, aber auch nicht dämonisiert wird. Das in der Hauptrolle glänzend gespielte Drama skizziert die Tragik des Protagonisten zwischen Verzweiflung und Ohnmacht. - Sehenswert

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Di 22. Dezember 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Edison - Ein Leben voller Licht

Biopic

Regie: Alfonso Gomez-Rejon

mit: Benedict Cumberbatch (Thomas Edison) · Michael Shannon (George Westinghouse) · Tom Holland (Samuel Insull) · Nicholas Hoult (Nikola Tesla) · Katherine Waterston (Marguerite Westinghouse)

USA/Russland/Großbritannien 2017 | 103 Minuten | ab 6

Mit der Erfindung der Glühbirne durch Thomas Edison beginnt 1880 der Siegeszug der Elektrizität. Als der Unternehmer George Westinghouse anstelle des von Edison angewandten Gleichstroms die Vorteile des Wechselstroms etabliert, entwickelt sich ein Konkurrenzkampf um die Vormacht beim Aufbau des Stromnetzes in den USA. Ein in Details spannendes biografisches Drama über den sogenannten „Stromkrieg“, in dem die Geschichten der beiden Protagonisten fast durchweg nebeneinanderher erzählt werden. Dadurch bleibt ihr Wettkampf recht abstrakt und hinterlässt filmisch eher einen blassen Eindruck.

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Di 29. Dezember 19.30 Uhr (evtl. auch nachmittags 16:30 Uhr)
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Brot

Dokumentarfilm

Regie: Harald Friedl

Österreich/Deutschland 2020 | 94 (TV: 85) Minuten | ab 6

Um das Grundnahrungsmittel Brot wird seit einigen Jahren zunehmend ein Kult gemacht. Doch obwohl die traditionelle Handwerksbäckerei eine Renaissance erfährt, kaufen die meisten Menschen ihr tägliches Brot im Supermarkt. Der Dokumentarfilm blickt in kleine Bäckereibetriebe, wo noch mit den Händen geknetet und dem „Gesang“ der Kruste gelauscht wird, schaut aber auch in die Produktionshallen großer Konzerne, wo mit neuester Technologie und künstlichen Aromen Brotimitate für den Massenmarkt entstehen.

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