Das Programm

Alle Filme laufen im CinePlanet5, Oldesloer Straße 34, Bad Segeberg (Tel.: 04551-7100).
Di 11. Oktober
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France

Komödie

Regie: Bruno Dumont

mit: Léa Seydoux (France de Meurs) · Blanche Gardin (Lou) · Tristan Sadeghi (Abdoul) · Benjamin Biolay (Fred de Meurs) · Emanuele Arioli (Charles Castro)

Frankreich/Italien/Deutschland 2020 | 130 Minuten | ab 12

Die Welt einer erfolgreichen Fernsehjournalistin gerät aus den Fugen, als sie im Straßenverkehr von Paris einen Rollerfahrer anrempelt und über dem daraus resultierenden Skandal fortan ihre Tränen nicht mehr kontrollieren kann. Auch andere Ereignisse beschleunigen ihren Abstieg, aus dem sie sich mit noch mehr Arbeit zu befreien versucht. Die glamouröse Mediensatire über eine „simulierte“ Öffentlichkeit changiert recht doppelbödig zwischen melodramatischem Porträt, Familiendrama und medialer Groteske und lässt sich in Gestalt der narzisstischen Titelfigur auch als bissiger Kommentar auf die französische Grande Nation lesen.

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Di 18. Oktober
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Three Thousand Years of Longing

Drama

Regie: George Miller

mit: Idris Elba (Genie) · Tilda Swinton (Alithea Binnie) · Alyla Browne (Alithea, jung) · Matteo Bocelli (Sultan Murad) · Kaan Guldur (Murad IV, jung)

Australien/USA 2022 | 108 Minuten | ab 12

Eine Sprachforscherin befreit einen muskelbepackten Geist aus der Flasche, der ihr drei Wünsche offerierte und sie mit drei Geschichten aus seinem Leben davon zu überzeugen versucht, dieses Angebot anzunehmen, da sie dem Wünschen misstraut. Ein philosophisch angehauchter, bildmächtiger Fantasy-Film für Fluch und Segen von Wünschen. Trotz seiner kurzweiligen Fülle werden die Fragen nach den Erzählungen, mit denen sich Menschen die Welt erklären, nur oberflächlich beantwortet.

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Di 25. Oktober
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Der Gesang der Flusskrebse

Drama

Regie: Olivia Newman

mit: Daisy Edgar-Jones (Catherine "Kya" Clarke) · Taylor John Smith (Tate Walker) · Harris Dickinson (Chase Andrews) · Michael Hyatt (Mabel) · David Strathairn (Tom Milton)

USA 2022 | 126 Minuten | ab 12

Ende der 1960er-Jahre wird in North Carolina eine Außenseiterin des Mordes an einem jungen Mann beschuldigt. Der allein im Marschland lebenden jungen Frau schlägt von jeher harsche Ablehnung entgegen, sodass sie während des Prozesses nur wenige Verbündete hat. Die Adaption eines Bestsellerromans erzählt von Erwachsenwerden, weiblicher Selbstbestimmung und Liebe, aber auch von männlichem Missbrauch und Hass. Das malerische Marschland ist dabei ein wichtiger Protagonist des Films, der es mit der Romantik zuweilen übertreibt und seine feministische Botschaft am Ende mit einer groben Prise Darwinismus untergräbt.

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Di 1. November
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Eingeschlossene Gesellschaft

Komödie

Regie: Sönke Wortmann

mit: Florian David Fitz (Peter Mertens) · Anke Engelke (Heidi Lohmann) · Justus von Dohnányi (Klaus Engelhardt) · Nilam Farooq (Sarah Schuster) · Thomas Loibl (Holger Arndt)

Deutschland 2021 | 101 Minuten | ab 12

Ein Vater hält eine Gruppe von sechs Pädagogen im Lehrerzimmer gefangen, damit sie seinem Sohn den einen Punkt zugestehen, der ihm für die Zulassung zum Abitur fehlt. Die Pauker lassen sich jedoch nur mäßig einschüchtern, sondern üben sich lieber in der Zurschaustellung ihrer Egos. Ein komödiantisches Kammerspiel, dessen gut konstruierter Plot, geschliffene Dialoge und gute Schauspieler nicht davon ablenken können, dass es dem Film an Herz und Bezug zum Heute fehlt. Das Lehrerverständnis inklusive der sozialen Herkunft der Pädagogen scheint im 20. Jahrhundert steckengeblieben zu sein.

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Di 8. November
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Mittagsstunde

Drama

Regie: Lars Jessen

mit: Charly Hübner (Ingwer Feddersen) · Peter Franke (Sönke Feddersen) · Hildegard Schmahl (Ella Feddersen) · Lennard Conrad (Ingwer (1965-1976)) · Rainer Bock (Sönke (1965-1984))

Deutschland 2022 | 97 Minuten | ab 12

Ein Kieler Uni-Dozent nimmt sich eine Auszeit und kehrt in sein Heimatdorf in Nordfriesland zurück, das sich seit seiner Kindheit drastisch verändert hat. Beim Versuch, seinen fast 90-jährigen Großeltern zu helfen, wird er zunächst zurückgewiesen, stößt dann aber auf Geheimnisse, die die Familien- und Dorfgeschichte in neuem Licht erscheinen lassen. Die Romanadaption erzählt auf mehreren Zeitebenen vom Verschwinden der dörflichen Struktur und würdigt zugleich unaufgeregt und anrührend die wortkarge Loyalität der Figuren. Ein effizient gestaltetes, stimmiges Zeit- und Milieubild, auch wenn der Film im Unterschied zur literarischen Vorlage weniger rau und direkt ist. - Sehenswert

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Di 15. November
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Elvis (2022)

Biopic

Regie: Baz Luhrmann

mit: Austin Butler (Elvis Presley) · Olivia DeJonge (Priscilla Presley) · Tom Hanks (Colonel Tom Parker) · Dacre Montgomery (Steve Binder) · David Wenham (Hank Snow)

Australien/USA 2022 | 160 Minuten | ab 6

Der US-Musiker Elvis Presley (1935-1977) galt schon zu Lebzeiten als „King of Rock’n’Roll“, der aber auch in anderen Musikrichtungen große Erfolge feierte und zudem Star finanziell erfolgreicher Filme war. Die aufwändige, episch ausgerichtete Kinobiografie spannt den Bogen von Presleys Durchbruch in den 1950er-Jahren über Neuerfindungen, Rückschläge und das Comeback ab 1968 bis zum frühen Tod des Musikers. Dabei gelingen insbesondere in den elektrifizierenden Musikszenen prächtige Leinwandmomente, neben denen die übrige Erzählung aber stark abfällt. So bleibt der zeitliche Hintergrund oberflächlich, da weder Elvis Presley noch seinem als dubioser Gegenpart dargestellten Manager „Colonel“ Parker große Komplexität zugestanden wird.

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Di 22. November
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Freibad

Komödie

Regie: Doris Dörrie

mit: Andrea Sawatzki (Eva) · Maria Happel (Gabi) · Nilam Farooq (Yasemin) · Lisa Wagner (Rocky) · Melodie Wakivuamina (Steffi)

Deutschland 2021 | 102 Minuten | ab 12

In einem Freibad nur für Frauen treffen unterschiedlichste kulturelle Milieus, Haarfarben und Körperformen aufeinander und beäugen sich skeptisch. Die gesellschaftlich oft beschworene Toleranz endet spätestens dort, wo die eigenen Privilegien beginnen. Darin unterscheidet sich die Altfeministin so wenig von der türkischen Großfamilie wie die Sportschwimmerin im Burkini. Nach Art eines Open-Air-Kammerspiel verwandelt sich die sommerliche Liegewiese zum Schauplatz einer humoristischen Feldstudie über Toleranz und Diversität. Allerdings gleitet die Komödie allein schon durch die schiere Masse an Figuren allzu oft in Klischees und Stammtisch-Humor ab.

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Di 29. November
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Alcarràs - Die letzte Ernte

Drama

Regie: Carla Simón

mit: Jordi Pujol Dolcet (Qumet) · Berta Pipó (Glòria) · Ainet Jounou (Iris) · Anna Otin (Dolors) · Josep Abad (Rogelio)

Spanien/Italien 2022 | 120 Minuten | ab 6

Eine spanische Großfamilie verbringt den Sommer auf ihrer Pfirsichplantage in einem Dorf in Katalonien. Doch die diesjährige Ernte könnte die letzte sein, denn die Bäume sollen nach dem Willen des Landbesitzers einer Solaranlage weichen, was zum Zerwürfnis innerhalb der Sippe führt. Mit großer Leichtigkeit entfaltet das kontemplative Familiendrama eine Fülle unterschiedlicher, drei Generationen umfassender Perspektiven und verdichtet sich nebenbei zu einem Essay über das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Trumpfkarte sind dabei Laiendarsteller, deren intuitiver Gemeinschaftssinn und allmählich bröckelnde Langmut den Film erden und zugleich seine stille Tragik ausmachen. - Sehenswert

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Di 6. Dezember
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Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr

Drama

Regie: Gillies MacKinnon

mit: Timothy Spall (Tom) · Phyllis Logan (Mary) · Natalie Mitson (Mary als Jugendliche) · Ben Ewing (Tom als Jugendlicher) · Patricia Panther (Tracy)

Großbritannien/Vereinigte Arabische Emirate 2021 | 86 Minuten | ab 6

Ein 90-Jähriger begibt sich auf eine lange Busreise vom Nordosten Schottlands in den Südwesten Cornwalls, um an den Ort zurückzukehren, an dem er vor 70 Jahren seine inzwischen verstorbene Frau kennengelernt hat. Dabei begegnet er den unterschiedlichsten Menschen, die zumeist freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit sind. Während der Reise erinnert er sich auch daran, welches Trauma die Eheleute damals durchmachen mussten. Anrührendes, in der Hauptrolle sehr einfühlsam gespieltes Road Movie. Die mitunter nicht sehr tiefschürfenden, aber nicht zuletzt dank des Hauptdarstellers durchaus intensiven Vignetten zeichnen eine vielfältige und menschliche britische Gesellschaft, in der die Generationen respektvoll miteinander umgehen.

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Di 13. Dezember
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Rifkin's Festival

Komödie

Regie: Woody Allen

mit: Wallace Shawn (Mort Rifkin) · Gina Gershon (Sue) · Elena Anaya (Dr. Jo Rojas) · Sergi López (Paco, Jos Mann) · Louis Garrel (Philippe)

USA/Spanien/Italien 2020 | 92 Minuten | ab 12

Ein pensionierter New Yorker Filmhistoriker beobachtet eifersüchtig, wie seine jüngere Frau beim Filmfestival in San Sebastián von einem charmanten Regisseur umgarnt wird. Er flüchtet sich in eingebildete Krankheiten und einen Flirt mit einer hübschen spanischen Ärztin, deren Ehe ebenfalls kriselt. Zwischendurch spiegeln sich seine Erlebnisse in schwarz-weißen Träumen, die Schlüsselszenen meist europäischer Autorenfilmer aufrufen. 51. Film des US-Regisseurs Woody Allen, der trotz dieser liebevoll inszenierten (Alb-)Traumvignetten nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die amourösen Verwicklungen im Wesentlichen bekannte Muster früherer Werke reproduzieren, ohne an deren selbstironischen Biss heranzureichen.

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Di 20. Dezember
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A E I O U - Das schnelle Alphabet der Liebe

Drama

Regie: Nicolette Krebitz

mit: Sophie Rois (Anna) · Milan Herms (Adrian) · Udo Kier (Michel) · Nicolas Bridet (Inspektor Gregori) · Lilith Stangenberg (Leah)

Deutschland/Frankreich 2022 | 104 Minuten | ab 6

Eine alternde Schauspielerin erteilt in Berlin Sprech- und Schauspielunterricht bei einem Sozialprojekt, wobei sie sich in einen jugendlichen Taschendieb verliebt, der jüngst ihre Handtasche geklaut hat. Entgegen aller Unterschiede und Differenzen halten die beiden an einer unmögliche Liebe fest und fliehen an die Côte d’Azur bei Nizza. Der Film erzählt leichtfüßig und in Gestalt eines modernen Märchens vom Einbruch des Unfassbaren und seinen Folgen, wobei er zwischen naivem Impetus und ironisch verspielter Reflexion geschickt die Balance hält, wozu auch viele filmgeschichtliche Anspielungen zählen. Eine einfallsreiche Liebesetüde mit Mut zu offenen Bildern, die vor allem durch die Kunst des beiläufigen Erzählens besticht.

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Di 27. Dezember
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Schmetterlinge im Ohr

Komödie

Regie: Pascal Elbé

mit: Pascal Elbé (Antoine) · Sandrine Kiberlain (Claire) · Manon Lemoine (Violette) · Valérie Donzelli (Léna) · Emmanuelle Devos (Jeanne)

Frankreich 2021 | 94 Minuten | ab 0

Ein Lehrer hat seine zunehmende Schwerhörigkeit als Zustand akzeptiert, der ihm erlaubt, Lästiges einfach zu überhören und zu ignorieren. Als der Mittfünfziger notgedrungen doch ein Hörgerät akzeptiert, ist er von der Fülle auditiver Eindrücke zunächst überfordert. In der Beziehung zu einer Nachbarin und deren traumatisierter, verstummter Tochter findet er jedoch den Weg zu neuer Lebensfreude. Eine leichtfüßige Mischung aus Romantikkomödie und einem Drama ums Leben mit Behinderungen, die trotz einiger Schwächen von Inszenierung und Drehbuch überwiegend intelligent unterhält und mit soliden Darstellern überzeugt.

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Di 3. Januar 2023
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Die Magnetischen

Coming-of-Age-Film

Regie: Vincent Maël Cardona

mit: Thimotée Robart (Philippe) · Marie Colomb (Marianne) · Joseph Olivennes (Jérôme) · Fabrice Adde (Francis) · Louise Anselme (Nathalie)

Deutschland/Frankreich 2021 | 99 Minuten | ab 16

Zu Beginn der Mitterand-Ära in den 1980er-Jahren betreiben zwei Brüder einen Piratensender in der französischen Provinz. Beide lieben die gleiche Musik und dieselbe Frau. Der ältere, gewandtere von beiden rutscht zunehmend mehr in Drogenexzesse und Konflikte mit dem Vater ab, während der jüngere, talentiertere Bruder seinen Wehrdienst in West-Berlin antritt und die Chance erhält, sich beim Radiosender der britischen Truppen zu beweisen. Als Liebeserklärung an eine Hochphase der europäischen Popmusik entfaltet der sorgfältig und originell gestaltete Film sein Potenzial, während die tragische Familiengeschichte eher oberflächlich bleibt.

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