LINSE - Lichtspielkunst in Segeberg

Das Programm

Alle Filme laufen im CinePlanet5, Oldesloer Straße 34, Bad Segeberg (Tel.: 04551-7100).
Di 3. März, 17 und 20 Uhr
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22 Bahnen

Drama

Regie: Mia Maariel Meyer

mit: Luna Wedler (Tilda) · Zoë Baier (Ida) · Jannis Niewöhner (Viktor) · Laura Tonke (Andrea) · Zoe Fürmann (Marlene)

Deutschland 2025 | 102 Minuten | ab 12

Eine Mathematikstudentin, die mit ihrer alkoholsüchtigen Mutter und ihr jüngeren Schwester in einer tristen Kleinstadt lebt, hält mit ihrer Fürsorge und Beständigkeit das prekäre Familienleben zusammen. Raum für sich selbst findet sie nur im Schwimmbad, wo sie einem mysteriösen jungen Mann begegnet, der wie sie stets 22 Bahnen schwimmt. Als ihr eine Promotionsstelle angeboten wird, die sich mit ihrem bisherigen Alltag kaum vereinbaren lässt, gerät sie in innere Not. Die Adaption eines erfolgreichen Romans hält sich eng an die Vorlage und kreist um Verantwortung und Schuld, Traum und Trauma, ohne sich zu einer eigenständigen Interpretation aufzuschwingen. Die Qualität des Films resultiert größtenteils aus der Leistung der drei Hauptdarstellerinnen, die den Figuren Komplexität und Widersprüchlichkeit verleihen. - Ab 14.

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Di 10. März, 17 und 20 Uhr
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Amrum

Coming-of-Age-Film

Regie: Fatih Akin

mit: Jasper Billerbeck (Nanning) · Laura Tonke (Hille Hagener) · Lisa Hagmeister (Tante Ena) · Kian Köppke (Hermann) · Lars Jessen (Opa Arjan)

Deutschland 2024 | 93 Minuten | ab 12

Ein zwölfjähriger Junge versucht in den letzten Kriegstagen auf der Nordseeinsel Amrum, für seine Mutter ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig aufzutreiben, wofür er die raren Zutaten bei den Insulanern eintauschen muss. Auf seiner Tour bemerkt er, wie tief die ideologische Spaltung die Menschen entzweit. Der Film nach den Jugenderinnerungen von Hark Bohm lebt von seinen stimmungsvollen Bildern und einem prägnanten Darstellerensemble. Die Grausamkeit der Kriegsjahre und die Gräueltaten des NS-Regimes blitzen nur am Rande auf. Als erzählerische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus funktioniert er deshalb nur bedingt, als kurzweiliger, stimmungsvoll gefilmter Jugendfilm aber durchaus. - Ab 14.

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Di 17. März, 17 und 20 Uhr
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Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Drama

Regie: Wolfgang Becker

mit: Charly Hübner (Micha Hartung) · Christiane Paul (Paula Kurz) · Leon Ullrich (Alexander Landmann) · Leonie Benesch (Natalie Hartung) · Thorsten Merten (Harald Wischnewsky)

Deutschland 2025 | 113 Minuten | ab 6

Ein vor dem Bankrott stehender Videothekenbetreiber aus Berlin avanciert 2019 durch eine kleine Flunkerei unfreiwillig zum Ex-DDR-Helden und verliebt sich zugleich in eine Staatsanwältin. Er soll als Eisenbahner im Jahr 1984 dafür gesorgt haben, dass eine S-Bahn aus Ost-Berlin mit 127 DDR-Bürgern in den Westen gelangte. Der letzte Kinofilm des 2024 verstorbenen Regisseurs Wolfgang Becker ist eine schwungvolle Filmsatire über einen tragikomischen Hochstapler wider Willen. Die ideenreiche, von einem spielfreudigen Ensemble umgesetzte Komödie setzt markante Akzente, indem sie Auswüchse der Medienindustrie, deutsch-deutsche Empfindlichkeiten und Rituale der Erinnerungskultur kritisch hinterfragt. - Ab 12.

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Di 24. März, 17 und 20 Uhr
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Song Sung Blue

Drama

Regie: Craig Brewer

mit: Hugh Jackman (Mike/Lightning) · Kate Hudson (Claire/Thunder) · Ella Anderson (Rachel) · Hudson Hensley (Dayna) · King Princess (Angelina)

USA 2025 | 133 Minuten | ab 12

In den 1980er-Jahren begegnen sich bei einer Musikveranstaltung in Wisconsin, auf der Amateure musikalische Legenden imitieren, ein Automechaniker, der für den Musiker Neil Diamond schwärmt, und eine lebensfrohe Sängerin. Die beiden werden ein Paar und gehen als Diamond-Tribute-Band „Lightning and Thunder“ auf Tournee. Doch dann ereilen sie unerwartete Schicksalsschläge. Eine auf wahren Begebenheiten beruhende unterhaltsame Mischung aus Biopic und Musikfilm, die in der ersten Hälfte durch perfekt nachempfundene Auftritte des Duos überzeugt, um dann ins Fahrwasser eines Melodrams zu münden. Dieses ist hochemotional und kann der dank der leidenschaftlichen Hauptdarsteller gleichfalls überzeugen. - Ab 14.

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Di 31. März, 17 und 20 Uhr
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Astrid Lindgren - Die Menschheit hat den Verstand verloren

Dokumentarfilm

Regie: Wilfried Hauke

mit: Sofia Pekkari (Astrid Lindgren) · Tom Sommerlatte (Sture Lindgren)

Schweden/Deutschland 2025 | 103 Minuten | ab 12

Vor ihrem Durchbruch als Kinderbuchautorin mit „Pippi Langstrumpf“ (1945) führte Astrid Lindgren (1907-2002) während des Zweiten Weltkriegs Tagebücher, in denen sie auch Gedanken und Ängste über das Kriegsgeschehen und ihre Arbeit in der Postzensur notierte. Der Dokumentarfilm setzt die erst posthum veröffentlichten Aufzeichnungen mit Spielszenen sowie mit Interviews mit Lindgrens Nachfahren um und widmet auch den Problemen in ihrem Privatleben viel Aufmerksamkeit. Dem formal routiniert erzählten Film geht es insbesondere um die Notizen, die Astrid Lindgren als mitfühlenden, politisch denkenden Menschen zeigen, der Nazi-Deutschland und die Sowjetunion mit Sorge und Abscheu betrachtete und Empathie gegenüber den Kriegsopfern bezeugte. Die unaufgeregte Machart lässt sich dabei auch als Huldigung an die reflektierte Haltung Lindgrens begreifen. - Ab 14.

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Di 7. April, 17 und 20 Uhr
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Im Schatten des Orangenbaums

Drama

Regie: Cherien Dabis

mit: Saleh Bakri (Salim) · Cherien Dabis (Hanan) · Mohammad Bakri (Sharif) · Adam Bakri (junger Sharif) · Maria Zreik (Munira)

Zypern/Palästinensergebiete/Deutschland/Katar/Saudi-Arabien/Jordanien/Griechenland 2025 | 146 Minuten | ab 12

Sieben Jahrzehnte im Leben einer palästinensischen Familie: 1948 bombardieren paramilitärische Truppen Jaffa und vertreiben die Palästinenser aus ihren Wohnungen. Der Großvater wird verhaftet, seine Frau verlässt mit den Kindern Jaffa und geht ins Westjordanland. 30 Jahre später geht noch immer ein Riss durch die Familie: Der Vater versucht sich an die Verhältnisse anzupassen, während sich sein Sohn radikalisiert. Ein kraftvolles Familienepos, in der die bekannte palästinensische Perspektive auf die Entstehung des Nahost-Konflikts den Hintergrund für die Entwicklung der Figuren darstellt. Lebendig wirkt der Film vor allem durch klug gezeichnete, schillernde Figuren, die eigentlich nur ein normales Leben führen wollen. - Ab 14.

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Di 14. April, 17 und 20 Uhr
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Eddington

Drama

Regie: Ari Aster

mit: Joaquin Phoenix (Sheriff Joe Cross) · Pedro Pascal (Bürgermeister Ted Garcia) · Emma Stone (Louise) · Austin Butler (Vernon Jefferson Peak) · Deirdre O'Connell (Dawn)

USA 2025 | 150 Minuten | ab 16

Im Sommer 2020 lösen die Corona-Schutzmaßnahmen in einer Kleinstadt in New Mexico einen Konflikt zwischen dem liberalen Bürgermeister und dem Sheriff auf, der sich zum Kämpfer gegen „abgehobene Eliten“ stilisiert. Während die Präsenz von Demonstranten und einem Sektenführer die Lage weiter anheizt, führt die wachsende Gewaltbereitschaft des Sheriffs wie auch großer Teile der Stadt zu einer Eskalation von unfassbaren Ausmaßen. Eine satirische schwarze Komödie mit Westernanleihen, die in einem bleihaltigen Höllentrip mündet. In der ausfransenden Handlung sind manche Stränge schwächer als andere, die kompromisslose Inszenierung einer sich verselbständigenden Paranoia bewirkt gleichwohl einen frappierenden Wiedererkennungseffekt. - Ab 16.

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Di 21. April, 17 und 20 Uhr
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Therapie für Wikinger

Drama

Regie: Anders Thomas Jensen

mit: Mads Mikkelsen (Manfred) · Nikolaj Lie Kaas (Anker) · Sofie Gråbøl (Margrethe) · Lars Brygmann (Lothar) · Søren Malling (Werner)

Dänemark/Schweden 2025 | 116 Minuten | ab 16

Nach fünfzehn Jahren hinter Gittern kehrt ein Mann zu seinem Bruder zurück, der als einziger weiß, wo die Beute aus einem Raubüberfall versteckt ist. Doch der Bruder ist psychisch stark gehandicapt und kann sich nur noch bruchstückhaft erinnern. Um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, suchen sie nahe ihrem Elternhaus im Wald nach dem Schatz, wo sie es auch mit einer Reihe anderer gestörter Persönlichkeiten zu tun bekommen. Der zwischen Tragik und Situationskomik in vielen Nuancen schillernde Film geizt nicht mit expliziter Gewalt, lässt hinter dem Wahnwitz der Figuren aber immer wieder deren emotionale Traumatisierungen in der Kindheit aufscheinen. Allen blutigen Knalleffekten zum Trotz geht es um eine ernste Auseinandersetzung mit Themen wie Identität und Anderssein. - Ab 16.

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